Rezension: „Die Grimm-Chroniken Band 1: Die Apfelprinzessin“ von Maya Shepherd

Titel: Die Apfelprinzessin

Reihe: Die Grimm Chroniken

Autorin: Maya Shepherd

Seitenanzahl: 146 Seiten (Taschenbuch)

Das Buch ist als eBook und als Taschenbuch erhältlich. Das Taschenbuch erscheint im Sternensand Verlag.

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Bildquelle: https://www.facebook.com/MayaShepherdAutor/photos/a.1502882223317157.1073741829.1468862676719112/1928508554087853/?type=3&theater

Klappentext:

„Dieses Buch beginnt nicht mit Es war einmal, denn auf diese Weise fangen all die Lügen an, die Wilhelm und Jacob in die Welt gesetzt haben. Dies ist kein Märchen, sondern eine wahre Geschichte.

Es heißt, die Bösen werden bestraft und die Guten leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Das Leben ist aber nicht schwarz-weiß und gewiss nicht glücklich. Rot ist die Farbe, die über das Schicksal bestimmen wird.

Die Lüge ist oft nicht von der Wahrheit zu unterscheiden, am wenigsten, wenn die Wahrheit zu schrecklich ist, um sie glauben zu wollen.“

Quelle: http://www.sternensand-verlag.ch/grimm-chroniken-1.html

Meine Meinung:

Wie ich schon in den Rezensionen zu Mayas „Märchenhaft“-Trilogie erwähnt habe, liebe ich Märchen und dadurch bin ich auch, was Märchenadaptionen betrifft, auf den Geschmack gekommen. Wie man dem Klappentext schon entnehmen kann, ist „Die Apfelprinzessin“ eine teils eher düster gehaltene Geschichte, die ich auch nicht direkt als typische Märchenadaption bezeichnen würde, da hier zwar mehrere Figuren und Elemente aus Märchen verwendet wurden, aber doch in sehr veränderter Form und auch die Gebrüder Grimm spielen eine relativ wichtige Rolle, obwohl sie in ihrer Märchensammlung ja selbst als Figuren nie vorgekommen sind (soweit ich weiß).

Der Schreibstil

Ich hab Maya Shepherds Schreibstil bereits in den anderen Büchern, die ich von ihr gelesen habe (Märchenhaft-Trilogie, Über alle Grenzen), sehr gemocht. Auch in diesem ersten Band ihrer neuen Reihe „Die Grimmchroniken“ konnte mich ihr Stil zu erzählen überzeugen. Vor allem deshalb, weil die Geschichte zu zwei verschiedenen Zeiten spielt und der Stil immer passend zur Situation und zu der Zeit, in die Szene gerade spielt, ist. Außerdem konnte ich das Buch sehr rasch lesen, was eben nicht nur an der geringen Seitenanzahl, sondern auch an Mayas flüssigem Schreibstil lag.

Die Geschichte

Wie vorher schon erwähnt werden in diesem Buch mehr oder weniger zwei unterschiedliche Geschichten zu unterschiedlichen Zeiten erzählt, die jedoch miteinander verknüpft sind. So erfahren wir etwas über Mary, welche eher den märchenhaften Part darstellt, und gleichzeitig auch etwas über den Jugendlichen Will, der im Deutschland der heutigen Zeit lebt, und seine Freunde, sowie seinen Vater. Marys Geschichte spielt anfangs im 16. Jahrhundert. Wills Geschichte im Jahre 2012. Und doch verknüpfen sich die Leben der beiden nach und nach. Am meisten gefallen haben mir die Kapitel über Mary und ihr Leben, deshalb war ich zu Beginn ein wenig enttäuscht, weil die längsten Kapitel von Will und seinen Freunden erzählt haben. Aber ich habe auch gemerkt, dass das nötig war, um die Hintergründe der Geschichte, sowie die Personenkonstellationen verstehen zu können.

Die Charaktere

Will

Will ist eigentlich ein ganz normaler Teenager, wäre da nicht sein Vater, der schon ziemlich lange in einer psychiatrischen Einrichtung ist. Er glaubt an viele Dinge, an die sein Sohn Will nicht glaubt oder nicht glauben will. Will hält seinen Vater für verrückt. Und weil sein Vater eben verrückt zu sein scheint, hat es Will nicht besonders leicht im Leben. Nicht nur, dass er im Heim lebt, sondern es kommt auch noch dazu, dass er wegen seines „durchgeknallten“ Vaters gemobbt und ausgegrenzt wird. Außer seinen Freunden Joe und Maggy, welche Geschwister sind, hat er niemanden. Und auch Joe scheint sich immer mehr von Will zu entfernen, seit er beliebter geworden ist.

Maggy

Maggy ist eine gute Freundin von Will. Sie lebt mit ihm im Heim, doch im Gegensatz zu Will scheint sie die Geschichten von dessen Vater zumindest teilweise zu glauben. Ohne sie würde Will seinen Vater wohl nur noch selten besuchen und auch so scheint sie im Kraft zu geben. Ich fand Maggy teils etwas naiv oder kindlich, aber auch liebenswürdig.

Mary

Mary lebt im 16.Jahrhundert in Bonn. Ihre Geschichte gleicht einer märchenhaften Legende. Ich war von Anfang an gefesselt von den Kapiteln über sie. Mary wurde als junges Mädchen mit einem Fluch belegt, der sie ziemlich einschränkt in ihrem Tun. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber sie ist oft ziemlich einsam, was sie für mich noch ein wenig sympathischer gemacht hat. Ich finde ihren Charakter aber generell sehr interessant, geheimnisvoll und trotzdem auch – einfach sympathisch eben.

Dorian

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie wichtig seine Rolle in dem ganzen Geschehen dann wirklich sein wird, aber er war für mich am spannendsten an der ganzen Geschichte. Ich hatte von Anfang an ein eher mulmiges Gefühl bei ihm und bin gespannt, wie sich das alles noch entwickelt. Auf alle Fälle hat er bei mir die meisten Fragezeichen hinterlassen und die größte Neugier auf Band 2 geweckt.

Allgemein

Wie bereits erwähnt, hat es mich anfangs leicht gestört bzw. eher irritiert, dass die Geschichte großteils im Jahr 2012 spielt, aber durch die Szenenwechsel und einige andere Geschehnisse und Erklärungen hat das dann wieder gut gepasst. Außerdem war ich ziemlich perplex, als Band 1 plötzlich aus war, denn ich wollte wirklich unbedingt weiterlesen, da es, finde ich, gerade richtig spannend wurde gegen Ende hin. Trotzdem finde ich, dass das Ende stimmig war und ganz eindeutig Spannung aufbaut und dadurch Lust darauf macht, auch Band 2 zu lesen. Ich finde auch, dass die Wartezeit von ca. einem Monat zwischen den Erscheinungsterminen der Bücher voll okay ist. Durch Band 1 habe ich noch nicht ganz durchschaut wie weit die Geschichten von Will und Mary wirklich zusammenhängen bzw. zusammenhängen werden, deshalb bin ich umso gespannter, wie sich das alles in den Folgebänden entwickeln wird. Denn ich habe schon eine gewisse Ahnung, wie es weiter gehen könnte, bin mir aber nicht sicher, ob es dann auch so kommen wird.

Fazit

Ein guter erster Teil einer Reihe, der anfangs großteils in die Geschichte hineinführt und die LeserInnen mit den wichtigsten Personen bekannt macht. Gleichzeitig wird die Geschichte gegen Ende des Buches hin immer spannender, was die Neugier auf Band 2 weckt. Sowohl der Schreibstil, als auch die Ausarbeitung der Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Einzig die Kürze der Passagen über Mary im Vergleich zu den Kapiteln über Will haben mich ein wenig gestört.

Ich vergebe für „Die Apfelprinzessin“ von Maya Shepherd 4,5 von 5 möglichen Sternen und kann euch das Buch wirklich empfehlen!

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